Kugelpanoramen  

''Normale' Präsentation eines Kugelpanoramas

Multiresolution-Präsentation eines Kugelpanoramas

Kugelpanoramen bilden im Gegensatz zu Teilpanoramen das gesamte Umfeld des Kamerastandorts ab, d.h. horizontal 360° und vertikal 180°.

Am Monitor vermittelt interaktive Präsentation von Kugelpanoramen daher den faszinierende Eindruck, Räume um ihre horizontale und vertikale Achse völlig frei drehen und den Blickwinkel in weiten Grenzen ändern zu können. Als Betrachter meint man dabei im Mittelpunkt zu stehen, so als wäre man am Originalschauplatz und hätte die Möglichkeit, durch Heben und Senken bzw. Drehen des Kopfes den gesamten Raum abzutasten. Es gibt daher z.Z. praktisch keine überzeugendere Möglichkeit, die Faszination eines Raumes auf Monitoren realitätsnah zu vermitteln.

Das große Tropenhaus des Botanischen Gartens Berlin erwies sich als nahezu ideale Location, um diese These zu belegen. Wer das Sichtfeld vergrößern oder verkleinern bzw. einzelne Details noch genauer sehen möchte, platziert den Mauszeiger einfach im Bild und ändert den Zoomfaktor mit dem Mausrad. Die ganze Faszination des Kugelpanoramas wird aber erst deutlich, wenn man die Fullscreen-Taste nutzt. (Fenster anklicken bzw. antippen)

Die 'normale' Darstellung des Kugelpanoramas wirkt dagegen gewöhnungsbedürftig. Sie zeigt die Projektion einer den Kamerastandpunkt umgebenden virtuellen Kugel auf eine Fläche mit dem Seitenverhältnis 2:1. Diese equirectangular genannte Projektionsart wird auch genutzt, um die Oberfläche der Weltkugel auf einer Weltkarte darzustellen. Im Gegensatz zu Teilpanoramen lassen sich Kugelpanoramen also konventionell bzw. im Printbereich nur bedingt adäquat wiedergeben. Allerdings besteht immer die Möglichkeit, beliebige Ausschnitte aus der equirectangularen Projektion eines Kugelpanoramas als Teilpanorama oder Einzelaufnahme zu präsentieren bzw. zu drucken.

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, Kugelpanoramen zu produzieren. Der Autor bevorzugt eine Variante, die qualitativ besonders hochwertige Ergebnisse verspricht. Dabei werden Kugelpanoramen aus mehreren Fotos zusammengesetzt, die bei jeweils unterschiedlichen horizontalen bzw. evtl. auch vertikalen Drehwinkeln entstanden. Wie viele Fotos zusammengesetzt werden müssen, um eine lückenlose Darstellung zu erzielen, hängt vom Öffnungswinkel und damit der Brennweite des verwendeten Objektivs ab. Deshalb werden bei Kugelpanoramen gern Fisheyes benutzt. Wegen ihres enormen Öffnungswinkels (180°) kann man mit nur 4 hochformatigen Bildern (0°, 90°, 180°, 360°) auskommen.

Die hier gezeigten Kugelpanoramen wurden jedoch aus Bildern zusammengesetzt, die nicht ein Fisheye sondern ein Superweitwinkelobjektiv deutlich längerer Brennweite entwarf. Bei einem derartigen Objektiv benötigt man für ein Kugelpanorama bei reichlicher Überlappung eine Zeile, bestehend aus 8 hochformatigen Fotos (optische Achse waagerecht) und zwei Zeilen (optische Achse um 45° nach oben bzw. unten verschwenkt), bestehend aus 4 hochformatigen Aufnahmen.

Je größer also die Brennweite bzw. je kleiner der Öffnungswinkel des Objektivs beim Shooting desto mehr Einzelaufnahmen müssen zusammengefügt werden, desto größer also der Aufwand, desto größer aber auch die Auflösung. Und je höher die Auflösung desto tiefer kann der Betrachter am Monitor ohne Qualitätsverlust in das Bild hineinzoomen.

Für das perspektivische Erscheinungsbild eines Kugelpanoramas ist es hingegen völlig belanglos, welche Brennweite beim Shooting benutzt wurde. Denn wie gross das bei der Monitor-Präsentation standardmäßig wiedergegebe Sichtfenster in Grad ist und in welchen Grenzen man Änderungen durch den Betrachter zulässt, hängt ausschließlich von Parametern ab, die je nach Kundenwunsch softwaremäßig festlegbar sind. Grundsätzlich gilt - wie in der Fotografie überhaupt: Je größer der Bildwinkel und je kürzer die Aufnahmeentfernung ist, desto verzerrter wird ein Objekt wiedergegeben, sobald es in Richtung Bildrand wandert.